Just about every woman I know (and a few men) have been sexually harassed at least once in their life but more likely often

2017_Zwei Mädchen in Röcken2017_Meernähewith banners held high2017_Drei in Magenta2017_Was bleibt einem2015_künstlerinnenansammlung2017_Drei in Apricot2017_Violette Fischmädchen[Alle 2016/2017, A3, Mischtechnik auf Papier, von oben nach unten: „Zwei Mädchen in Röcken“, „Meernähe“, „With Banners held high“, „Lange Ärmel“, „Was bleibt einem“, „Künstlerinnenansamlung“, „Pina-Bausch-ig“, „Fischfrauen violett“]

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Die Einsamkeit der Fischfrauen

Beschützen, Schütze.

Ein Schütze zielt, ist auf ein Ziel fokussiert. Beim be-schützen – ist da der Pfeil der Schützin auf mich gerichtet oder von mir weg?

Zwei Ritter, Ritterspielen.

Es ist schmerzhaft, anstrengend, die Augen offenzuhalten. Oft male ich Gesichter mit geschlossenen Augen. 

Ich zwinge meine Bilder heute die Augen zu öffnen. Das Leben in der Gebärmutter: Dunkelrot. Mit geschlossenen Augen.

Kann man sich auch mit offenen Augen erholen?

Kann man sich wach malen? Kann man sich präsent malen?

Mondgesichter. Mondmärchen.

Mondgesicht Vollmondgesicht

Erzähl mir ein Mondmärchen? Einen Traum, den du hattest, rund um den letzten Vollmond.

Mondduft – wie duftet der Mond?

Hast du schon einmal versucht, mit offenen Augen zu träumen? Male ein Bild, während du in Gedanken deinen Traum erzählst. Relativ abstrakt womöglich.

Synchronizitäten-Training: Vielleicht begegnet dir rund um dich oder in deinem Bild etwas, das dich an deine Träume erinnert?

Verlustängste.

Zählen + Riechen = Ordnen = Beruhigung?

Die Welt ordnen.

Die innere Ordnung.

Neu: bewusstes Zerknüllen und Wegschmeissen.

Das Erzähl-Häufchen, das Zählhäufchen, das Ordnungshäufchen.
Die Einsamkeit der Fischfrauenfröhliche FischvogelfrauFruchtbarkeitsgöttinHeastIkiMeerluftwesen

Sanft war das Gefühl und stark. Ich hatte sehr lange Haare. Wind und Sonne um mich. In Wind und Sonne löste ich mich auf und spürte mich stärker.

Tiefer Traum.

Wüstenwind durch mich um mich.

Tropfen und Blumengesichter-Märchen.

 

Neo – Biedermeier, Erwin Wurm und Twin Peaks

Neo Biedermeier

[Wien, Sommer 2017]

Dieses Plakat hat mich überzeugt, dass wir in einer Art Neo-Biedermeier leben. Das gute Leben, slow food, Spezialläden wie „der affe und der bräutigam“ mit skandinavischer Kindermode und Frauenmode aus Ökostoffen für Bobo-Bedürfnisse. Ich bin natürlich auch Bobo. (Trotzdem fand ich das Kino unter Sternen im Augarten besser, als es noch den kroatischen Fischstand gab, daneben den Inder usw, noch nicht slow und man sich nicht anstellen musste.) Neo-Biedermeier, weil wieder: Sehnsucht nach heiler Welt, Rückzug in diese durch das Gefühl der Machtlosigkeit im Außen etc etc, darüber wurde sicher schon viel geschrieben.

Als Teenager sagte einmal ein Kollege meines Vaters zu mir (eigentlich zu ihm, neben mir, über mich): Ich sei so ein Biedermeier-Mädchen. Das hat mich damals ziemlich empört oder verstört. Ich fand Biedermeier scheiße. Verweichlicht die Ästhetik, die Mode, das Schönheitsideal.

Neo Biedermeier
[Palazzo Fortuny, Venedig, Sommer 2017]

Auf diesem Foto finde ich mich sehr biedermeier, ich mag mich nicht sonderlich darauf, was ich mag daran (im obersten Stockwerk des großartigen Palazzo Fortuny entstanden, also schon dementsprechend derangiert) ist, was ich immer suche und versuche und finde, was mich seltsamerweise beglückt: Eine Zum-Bild-Werdung, ein Sich-Hineinmalen in die Umgebung, mit der Umgebung eins werden, das ich als Malen-ohne-Malen bezeichne (das ist sowieso ein flüchtiger Zustand nur), wenn die Umgebung derart ist, dass man das will, wenn einem das Harmonie gibt oder Kraft, Durchlässigkeit also oder Erweiterung, indem man nämlich etwas von dieser Umgebung (Farbe, Schwingung) inkorporiert, durch sich durch strömen lässt, quasi transparent wird für einen Moment.

Ich weiß nicht, ob derart ästhetische Fragestellungen biedermeier sind, oder vielmehr vielleicht in den Tantrismus oder zu Patanjali gehören. Einswerdung (im Sinne von Verschmelzung, Auflösung) ist für ihn faschistisch, meinte Arno Böhler in seiner Patanjali-Vorlesung. Das verstehe ich bis jetzt nicht ganz, bzw schon, teilweise – teilweise habe ich eine andere Vorstellung von Einswerdung.

Ich habe leider die Erwin Wurm x Carl Spitzweg Ausstellung im Leopold versäumt, aber jetzt, wo ich mich heineinschreibe, heranschreibe, macht diese Zusammenschau für mich Sinn.

Erwin Wurm_achtsamkeitskunst.jpgösterreichischer Pavillionösterreichischer Pavillion II

[https://biennale.tumblr.com/post/164288127038/erwin-wurm-c-als-musiker-ist-noch-nicht-so/embed]

Ein Einswerden mit der Umgebung (eine momentane Pose mit ironischer Geisteshaltung, sprich: Distanz eingenommen), Kurzzeit-Verschmelzung, im Wissen, dass wirkliche Verschmelzung nicht möglich ist, dass es dann wieder ein Heraustreten ist, dass man dann wieder zu einem er wird und dort das Ding, der Koffer wieder zu einem Koffer usw und so geht man eigentlich ständig neue Verbindungen ein (der Wirkung von Materiellem – auch: Raum, auch: Licht – auf den Menschen, auf seine Stimmung, auf die Atmospähre ist sich jeder Architekt bewusst).

Es bahnt sich in mir eine versöhntere Beziehung zum Biedermeier an: für mich steht er auch für Langsamkeit, für ein Bewusstsein für diese Verschmelzungs-Momente (und dafür, dass sie immer nur momentane Aufenthaltsorte sind). Deshalb ist auch die Twin Peaks Welt (The Return 2017) – neben der veritablen Alptraum-Momente (meine Alpträume und David Lynch, das war seit langem gegenseitige Durchdringung, Inspiration, deshalb war er auch lange Zeit mein Lieblingsregisseur) für mich auch eine heile Welt: WTF?! Let me explain: Die Art und Weise, wie selbstverständlich mit dem Ungreifbaren umgegangen wird, wie das Mysteriöse mitlebt, ganz selbstverständlich, dass da Raum ist in den Gesprächen, dass die Menschen keine Masken tragen, dass sie einander zuhören, dass sie einander in ihrer Schrulligkeit akzeptieren, dass da Raum ist für Naivität (mindestens so viel wie für Grausamkeit), …. das ist für mich heile Welt.

 

 

Madonnenhaftes Sitzen Üben

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Madonnenhaftes Sitzen Üben bis zur Durchleuchtung.

Durchleuchtung ist jedenfalls ein besseres Wort als Erleuchtung. Oder brauchbarer. „Erleuchtung“ suggeriert ein Mensch würde von sich heraus, von innen heraus plötzlich leuchten und so guruhaft, gotthaft über allem anderen stehen. Während durchleuchtet eine selten gegebene Sicht der Dinge (und Menschen und allem dazwischen, vor allem dem Dazwischen) beschreibt, die das Leuchten wahrnimmt, das einer Wirklichkeit entspricht, in der alles Licht ist, das heißt auch, in der alles verbunden ist, in der die Grenzen sich auflösen zwischen dem da, das da, ich da, zwischen Licht und Farbe und Partikel und Stein und Metall und Holz und Wasserglitzern. Manches ist leichter in seiner Durchleuchtetheit wahrzunehmen als anderes: Haar – von der Sonne beschienen oder eben: von hinten durchschienen. Wie es seine Farbe verändert dabei, wie es zu leuchten beginnt, wie es (würde man es fotografieren und ein einzelnes durchleuchtetes Haar vergrößern) quasi glüht.

(Gerade fährt mir die Frage nach der Etymologie von „Durchlaucht“ ein. Und tatsächlich: Partizip von durchliuhten („durchleuchten“) heißt es da.)

Eine ganze Kulturgeschichte der Durchleuchtung könnte man schreiben. Und Jan Vermeers am Fenster stehende Frauen wären sicher Teil davon.

Geschwindigkeit, die das Gesehene verwischt, ist ein Pinsel, ist eine Maltechnik, die ähnlich der Durchleuchtung Verbundenheit sichtbar macht.

 

Fischmädchen X Günderrode

16.5.sw

„…und da wirst Du sagen müssen, dass ichs bin, die allein das Recht hat, Dir nah zu stehen, und wenn Du das nicht einsiehst, so ist der Schade mein, aber Dein auch.“
– Bettine von Arnim an Karoline von Günderrode
Vernissage und Konzert
Marie-Theres Gallnbrunner
Christof Spanring
16.5. 2017
20 h
im Rauchsalon
Gumpendorferstrasse 47, 1060 Wien
Durch den (sehr verrauchten) Eissalon Joanelli in den (weniger verrauchten) Rauchsalon durchgehen.

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Intuitives, Tarot und Yoga

hintergrund

Das sind aktuelle Arbeiten (Ende 2016, Anfang 2017). Angedacht ist eine neue Tarot App: Die Bilder dafür sollen möglichst intuitiv entstehen. Und das heißt: dass erst die Bilder entstehen – ohne noch Gedanken an eine mögliche Zuordnung zu einer bestimmten Karte dabei. Das kommt erst im nächsten Schritt. Und im letzten Schritt – aus dem Zwischenraum von Bild und Titel (der jeweiligen Karte) inspiriert – die Texte.

Dementsprechend wird die App wahrscheinlich Intuitives Tarot heißen.

[Alle Arbeiten Mischtechnik auf A3 Büttenpapier]

Dazu  konterkarierend Texte aus meinen Herbst/Winter Notizbüchern. Natürlich geht es hier viel um Yoga und um Tantrismus im Speziellen.

Frühling-Sommer-Bilder/Farben und Herbst/Winter-Gedanken also.

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Neue Arbeiten

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[„amuarT“, 2017, 40x40xm, Acryl auf Papier]

Neue Arbeiten von mir gibt es dieses Wochenende zu sehen, beim aNOther festival im WUK. Eigentlich ein Performance-Festival, aber diesmal auch (wenig) bildende Kunst.

Kommen Kommen Kommen, ich bin wegen akuter Frühlingsschwäche wahrscheinlich jeweils nur an den frühen Abenden anzutreffen.

 

Kaffeevögelchen

vogelchen-text

[Ich halte den Kaffee in meinen Händen wie ein kleines Vögelchen. Oder mein Glück? Das Glück des heutigen Tages? Irgendwann in der Nacht kam es angeflattert um nur so lange zu bleiben, wie es beliebt.]