[Farben im Café Kafka]

Kaffeehausgedanken

Der zuvielte Kaffee.

Der zittrige Kaffee.

Ich bin schön geküsst. Apricot geküsst.

Beerenfarben. Erdbeersorbetfarbengeküsst.

Schon vor meinem Lippenstift. Mein Lippenstift übermalt das Erdbeerfarbene meiner Lippen mit dem helleren Apricot.

Es ist unglaublich, wie sehr mein Bild in diesen Raum hereinverwittert ist. Wie sehr sich die Farben des Bildes und des Rahmens und des Raumes einander angepasst haben.

Und da sitzt wirklich ein Junger in gelbem Tshirt und grüner Jean, kein Hipster, also einer, dem wirklich Kreativität zugetraut werden kann – und liest: The Catcher in the Rye. In rot.

Schön.

Alles schön.

Musik schön.

Körpergefühl schön.

(Trotz Kopfwehs.)

Innere – äußere Temperatur in Harmonie.

H    A    R    M    O    N    I    E

Langsamkeit schön.

Innere Bilder: schön.

Frei fluktuierendes Begehren mit Landungspunkten.

Wunderschönen Landungspunkten, auch wenn diese Orte provisorisch sind, wechselnd sind. Das macht es auch viel romantischer. Und scheiße, ist Wien romantisch in diesem maienhaften April. In diesem Sommer im Frühling in Wien.

 

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