Im Jelinek

Kaffeehausgedanken
[August 2014]

Im Jelinek sind die Türen zu, weil der Tag so kalt startet. Aber ich brauchte, oh, ich brauchte die Luft und die Sonne. Ein laptopschreibender Mensch sitzt auf meinem Platz, meinem Luftplatz. So habe ich einen Fensterplatz. In gewisser Weise waren diese Tage mit dir diätisch. Im Sinne von: Eine Existenzdiät. Zwar haben wir gegessen und getrunken und gar nicht zu gesund und –  Aber es waren Tage ohne Internet, ohne Zeitschriften, ohne Serien, Tage ohne Ablenkung, Tage ohne Nicht-Existenzielles. Denn Genuß ist existenziell. Was könnte es Existenzielleres geben? Und so viele Gefühle: Schuld, Anziehung, Abstoßung, Begeisterung, Erschöpfung. Und immer wieder Austausch. Der Zwang zum Austausch. Und gestern Abend war ich nur mehr erschöpft. Fand ich dich häßlich…mit deinen verunstalteten Haaren und deiner Regenjacke und ich, ich wollte mich verstecken mit meiner Kleidung, hinter der Brille – oder zumindest eine andere sein. Nicht mehr elegant, luftig, mit meinen Farben, nein, nichts mehr davon. Gestern fühlte ich nur mehr Erschöpfung. Neutralität, Distanz und Lachen – das ist, was gestern möglich war. Und heute: Dankbarkeit. Gefühlsüberschwemmung. Vater. So so vieles. So so reich. Ich.

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