Intuitives, Tarot und Yoga

Bild

hintergrund

Das sind aktuelle Arbeiten (Ende 2016, Anfang 2017). Angedacht ist eine neue Tarot App: Die Bilder dafür sollen möglichst intuitiv entstehen. Und das heißt: dass erst die Bilder entstehen – ohne noch Gedanken an eine mögliche Zuordnung zu einer bestimmten Karte dabei. Das kommt erst im nächsten Schritt. Und im letzten Schritt – aus dem Zwischenraum von Bild und Titel (der jeweiligen Karte) inspiriert – die Texte.

Dementsprechend wird die App wahrscheinlich Intuitives Tarot heißen.

[Alle Arbeiten Mischtechnik auf A3 Büttenpapier]

Dazu  konterkarierend Texte aus meinen Herbst/Winter Notizbüchern. Natürlich geht es hier viel um Yoga und um Tantrismus im Speziellen.

Frühling-Sommer-Bilder/Farben und Herbst/Winter-Gedanken also.

drei

31.7.16

[Yoga]

“Rasa”: klassisch indische Ästhetik: beschreibt einen nicht in Worte zu fassenden mentalen Zustand der Freude und Erfüllung, der sich bei Genuss eines gelungenen Kunstwerks beim Betrachter einstellt.

Für die alten Griechen war Ästhetik Schönheit, Harmonie mit den Naturgesetzen, Symmetrie.

Wabi-Sabi ist die Schönheit des Unvollkommenen, Unfertigen.

Wo siehst du Schönheit für dich in deinem Yogaerlebnis?

Ist es, wenn du Stärke spürst in einer Kriegerasana? Wenn du das Gefühl von Kontrolle hast – wenn du deinen Körper zu einer Skulptur geformt hast, die Stärke und Willenskraft und gleichzeitig Lässigkeit ausdrückt – wie die griechischen Götterstatuen?

Oder findest du das Brüchige, Verletzliche, Offene viel schöner? Das im Werden Befindliche. Weil das für dich den Weg ebnet zu einem Moment der Erkenntnis?

Findest du dein Savasana am Ende der Yogaeinheit am schönsten, weil es all die Erfahrung beinhaltet, alles was du erlebt hast in dieser Yogastunde, alles Scheitern und Gelingen, aller Schweiß? Auf unsichtbare oder sichtbare Art und Weise?

Findest du Schönheit eher im Fluß, in einer Vinyasa oder in einer Asana (als one-minute-sculpture)?

Die Verkörperung von etwas. Was möchtest du Verkörpern in deinem Yoga? Stärke, Offenheit, Transformation, Flexibilität? Soll deine Form/Idee von Schönheit beeindruckend sein, anbetungswürdig oder berührend, fließend, ephémére?

Was drückt dein Körper aus und wie drückt er es aus?

Die Sprache deines Körpers, deines ganzen Körper-Geist-Wesens und wie du sie ausdrückst, wie du den Aspekt des Yoga ausdrückst, der dir wichtig ist – das ist deine Ästhetik.

festial of psychodelia

1.8.16

[Yoga]

“Unter Körper verstehe ich einen Modus, der das Wesen Gottes, insofern er als ausgedehntes Ding betrachtet wird, auf gewisse und bestimmte Weise ausdrückt.” [Spinoza Ethik, II Teil, Definition I – John Berger, Bentos Skizzenbuch, S.53]

Antonellos Kreuzigung ist leicht zu finden, sie hängt links vom Saaleingang auf Augenhöhe. Was an dem von ihm gemalten Köpfen und Körpern auffällt, ist nicht alleine ihre Festigkeit, sondern wie sehr der sie umgebende gemalte Raum einen Druck auf sie ausübt und wie sie sich ihm widersetzen. Und dieser Widerstand schafft ihre so unleugbar körperliche Gegenwart.

Vgl: Benoir Lechambre: Alltagsstress ist wie eine Choreografie zu sehen. Das verändert die Sichtweise – denn eine Choreografie kann man ändern.

Auch: Er ist dazu übergegangen zu sagen, nicht er macht die Choreografie, sondern der Raum, alles, was da ist – das nimmt Angst, wenn man sich denkt: der Tanz ist schon da, man muss einfach nur “hineinsteigen”

human trouble.jpg

18.8.16

“You are a mosaic, painstakingly crafted out of fear and hope and sweetness and longing. We all alre. We are cobbled together from apprehension and yearning and lovesongs and shitty friends and melancholy and sitcom heroine and stubborn dreams that won’t die no matter how hard we try to kill them”                            

 [Polly: how do I stop being a fake]

tadasana

→ Nirvana: come as you are

sonne

16.9.16

Wunderinteressantes Pasticcio heute morgen mit Helmut Jasbar: Ein Wort aus der indischen Philosophie hat er mich gelehrt: Samvega: Bei ihm beschreibt es die Erschütterung (tief und spirituell) über ein Kunstwerk/Musikstück. Auf dem doofen Yogawiki ist nur zu lesen: “heftige Gemütsaufregung”.

Bach, dachte ich mir heute, ist Sehnsucht und Erfüllung gleichzeitig.

“The Real cannot be adequately captured by language, and therefore all attempts to do so are approximations that have a relative utility. (…)While it is true that some narratives better approximate reality than others, the primary value narratives have lies in their usefulness for helping us create the world we want to live in.” [Tantra Illuminated, S.47]

Struggling to breathe.jpg

18.9.16

Mich interessiert dieses Moment: Der Verlust des Selbstverständnisses.

12.10.16

Irritation – ist nicht Irritation der Beginn von Allem?

balls

28.10.16

[Matala]

Komisch, dass Meditieren hier gar nicht geht. Heute Nacht kam ein mächtiger Wind. Vergleichsweise ist nichts mehr los in Matala. Auch Schreiben kommt mir redundant vor. Was ist nicht redundant? Der Espresso in der Früh. Das erste Mal ins Meer steigen des Tages. Jeder Bissen des Abendessens – und der Raki danach – und jeder Schluck Wein dazu. Die  – selten – gewürzte Luft. Die Wärme meiner selbstgestrickten Jacke.

Stell dir vor, es gibt eine Sprache, in der du das ausdrücken kannst, was du fühlst und es wird verstanden. Ist Sanskrit diese Sprache? Die anderes benennt, das wir im Englischen oder Deutschen mit mehreren Sätzen nur versuchen können zu umschreiben.

Yoga ist ein Zustand des Inspiriert-Seins.

Stell dir vor, es gibt Farben, die für das menschliche Auge nicht sichtbar sind. Benenne diese Farbe mit Farbentrinken. Farbe der Dankbarkeit trinken.

Amrit – der Nektar der Dankbarkeit. Das Tolle an einer anderen Sprache ist, dass sie andere Bezeichnungen kennt, dass sie Worte für etwas hat, für die es in der eigenen Sprache keine gibt. Bzw. wofür man ein Wort erfinden müsste, zusammensetzen müsste, was im Deutschen wiederum sehr gut geht. Sehr brauchbare Wörter hinsichtlich Benennung von Seinszuständen hat Sanskrit. Zum Beispiel “Amrit” – was das Gefühl der Dankbarkeit auf körperlicher und mentaler Ebene ausdrückt. Wie ein Nektar. Wie fühlt sich Dankbarkeit in dir an? In deinem Körper. Welches Gefühl löst sie aus, welche Farbe? Benenne sie. Verschicke sie. Stoße eine Kommunikation an, die über Worte hinausgeht, die neue Worte findet, die Worte mit Farben verbindet…!

grün

31.10.16

Intensität. Nicht unbedingt Harmonie.

Und auch, wie die heiße Luft über dem Ofen das was man sieht verzerrt. Wüstenartig. Warum ist das so? Ist der Kaffee auch wüstenartig? Der kamelfarbene Schaum des Kaffees schon.

In Wien muss man eigentlich Schreibender, Psychotherapeut oder Kunsttherapeutin sein, alles andere kann man auch in jeder beliebigen Stadt machen.

she

2.11.16

Die innerliche Dogmatisierung, Versteinerung aus der Konsequenz, dass niemand einen verstehen kann, das ist eine Krankheit meiner Familie? Die Fanatisierung?

Das sind die guten Momente in dieser merkwürdigen Zeit, in dieser Wut-Zeit und unzufriedenen Zeit: diese merkwürdigen Einblicke.

Bedürftigkeit ist peinlich und doch – ist es das, womit ich gerade umgehen muss. Ist es gerade mein Teig, den ich knete.

hm

3.11.16

Strahlender, kalter Tag. Ich komme an, geschüttelt und gerührt. Seit dem Einschlafen dieser Schmerz (es langweilt mich, über körperlichen Schmerz zu schreiben).

Ich suche Klarheit und Ausdruck. Klarheit über Ausdruck. Was sagen mir die gelben Blätter heute? Was sagen mir ihr Zittern, ihr Tanz. Ich berühre mich. Ich berühre mich selbst mit meinen Worten. Du Du Du Du Du Du. Wer ist dieses Du? Ich versuche es heute in allem zu sehen und hören, was mir begegnet. Gerade spricht mich das Gelb der Blätter an. Farben und Materialien überhaupt. Dicke weiche Strickjacke. Strick. Stricken.

rote Haare

7.11.16

Die Ostigkeit von Wien heute (sehr spürbar – und das schätze ich.)

Ich liebe die hohen Räume des Café Jelinek. Hohe Räume, damit die Gedanken Platz haben und aus dem Vollen schöpfen können.

Die Hohepriesterin

10.11.16

Ist das meine Übung in Erdung? Mich  – bei Kaffee oder Matcha Latte in die Umgebung, in die Welt hineinzuschreiben? Meine Fäden auswerfen? Verbinden, was verbindenswert scheint in Gedanken – so das Netz spinnen, das mich in der Welt hält. Das ist meine Arbeit des Morgens.

(Die “Luftarbeit” meinte meine Klientin gestern. Die “Himmelsarbeit” dachte ich.)

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