Farberkenntnisse

die geheime Sprache der Farben, Die geheime Sprache der Formen, Farberkenntnisse

Erkenntnisse entlang von Farben. Hat man die richtigen Farben gefunden, hat man auch schon fast die richtigen Formen dazu?

Im Sommer wußte ich, wie ich mich anziehen will. Da war eine Überfülle an Möglichkeiten, die alle Spaß machten. Den Übergang von Sommer auf Herbst finde ich schwierig. Heuer so schwierig wie kaum je.

Dann fotografiere ich mich in möglichen Kombinationen, um ein Repertoire an Ideen zu haben. (Das gibts hier aber natürlich nicht zu sehen.) Und ich male manchmal die verschiedenen Kombinationen (das hat den Vorteil, dass ich freier bin und etwaige fehlende Teile dazumalen kann. Dazumalen ist oft: Herbeiwünschen. Manchmal funktioniert diese Magie.) Aber diesmal gelingt es mir nicht. Es gelingt mir nicht zu finden. Und ich frage mich, ob diese Übergangsschwierigkeiten etwas zu tun haben mit inneren Übergangsschwierigkeiten.

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Die Reise von Magenta

Veränderung allerorts: Und Veränderung, die sich für mich schmerzlich anfühlt, die mit Verlust verbunden ist, die Trotz in mir auslöst, partielle Gefühllosigkeit. Ich bräuchte ein helles, das hellste graurosa, um mich zu trösten, mich selbst zu umarmen in diesem Übergang. etwas Neues

Ich besitze gar kein Magenta. Aber es war schon im Sommer da (in Gedanken, in Meditation). Es war – verbunden mit Ethnomustern in Neon-Orange – Lebensfreude. Es wurde zu Aubergine. Mit viel Braun dunkler gemacht, die Herbstversion von Magenta. In Kombination mit Orange ist es wiederum Tatkraft, zu erkennen, was man tun kann und das dann direkt tun und sich dadurch besser fühlen, wieder mächtiger fühlen.

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Magenta, Aubergine…ich suche die Kombinationen und was sie (für mich) bedeuten. Ich ahne, dass Befreiung in diesem Schmerzgefühl enthalten ist, wenn ich es schaffe, in es einzutauchen. Ich ziehe manchmal Sehnsucht der Erdung von Sehnsucht (=Alltag) vor und ich habe Menschen in meinem Leben, die das auch tun. Und dann begegnet man sich, seltener als die Sehnsucht es sich wünscht, wenn man gerade „ideal“ ist im Orbit, manchmal ist man nicht „ideal“, aber wenn man einander sehr selten trifft, ist man „ideal“ aneinander, wird durch den anderen ideal, manchmal funktioniert das auch nicht. Und jedenfalls, was versäumt man alles aus Angst nicht perfekt zu sein. (Selbst wenn meine Vorstellung von Perfekt schon sehr viel Nichtperfektes miteinschließt. Dann ist es wohl, wie ich mich gegenüber diesem Nichtperfekten positioniere, wie der Grad der Selbstverliebtheit gerade ist, ob ich meine Makel und Fehler als charmant interpretiere.)

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Aber manchmal ist man zerfleddert, die Farben passen nicht (zueinander) und man hat noch keine neuen Formen gefunden. Sehr viel mehr Sehnsucht als Erfüllung. Die man dann anders zu sättigen sucht. Aber es nicht schafft. Wenn man Glück hat, ist man irgendwann so erschöpft, dass man doch in den Schmerz eintaucht (mit Farben, auf Papier), man taucht also in dieses Magenta ein und man ist ganz vertieft und man merkt, es beruhigt einen, man findet Erdung (vorläufige Erfüllung) in einer Traurigkeit und dazu fallen einem Sätze ein, die keinen Sinn machen. Man schreibt sie auf, später machen sie dann doch Sinn. Man nennt die drei Bilder (die hier nicht abgebildet sind) „Vielleicht wissen die Bilder ja mehr als ich.“ Das ist eigentlich ein kunsttherapeutischer Prozess, den ich hier beschreibe. Ich weiß nicht, ob er hier gut aufgehoben ist. „Liebe ist, wenn dein Name im Mund von jemanden sicher ist“, sagte ein Kind. Ein Kind! Ich möchte einen Blog der so ein Raum ist, ein Mund, der meinen Namen liebevoll ausspricht. Man erweitert sich schließlich. Man sprengt den ursprünglichen (Blog-)Rahmen. Man teilt sich auf in mehrere Blogs mit verschiedenen Schwerpunkten. Manchmal weiß man nicht, wo etwas Platz finden kann und sehnt sich danach, alle Identitäten vereinen zu können. Was man aber noch nicht kann. Weil man noch nicht mutig genug dafür ist.

Yeah, Selbstzersetzung! Probier es aus! Es ist sehr befreiend. Es ist befreiend, über sich selbst sagen zu können: Ich kenn mich nicht aus. (Nein, das ist es noch nicht.) Zwar rede ich, spüre aber nichts, oder etwas anderes. Ich sehne mich, aber ich habe Angst davor. (Ja, das ist es.) Dann, wenn man Gänsehaut kriegt oder Tränen runterrinnen, bevor man es bemerkt, dann ist man etwas auf der Spur. Dann, wenn etwas durch den Hals will, aber stecken bleibt. Es bleibt allermeistens stecken: Ich kann es nur schreibend sagen oder malend oder weinend oder berührend. Dann passiert die Schmelzung, die Heiß-kalt-Werdung, kaum je beim Reden.

Farberkenntnisse 3

Malen ohne Malen: Teil I: Zadar

Diary, die geheime Sprache der Farben, Foto, Gif, Hörspiel

Im Rückblick zeigt sich:

Zadar ist violett.

Das Licht in Zadar ist violett. Und dieses violette Licht macht….?

Mit dem Körper Formen malen und sich mittels des Farben tragenden Körpers in die Welt malen führt mich zu Malen ohne Malen Teil II und III.

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[Olivgrün und lavendel oder moosgrün & hellviolett: Die Schwingung der Selbstverliebtheit, die Wunderbares anzieht.]

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[Dick, fett, stolz, schön: der Jasminbaum:]

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[Meine Sympathie für flatternde Tücher. Ich weiß jetzt, was sie für mich sind. Die „Form“ des flatternden Tuchs führt zu Malen ohne Malen Teil IV.]

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[Das Zitronenteller.

Außer hier: Hier war Zadar gelb.]

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Und warum war ich überhaupt hier? Um Geräusche zu sammeln. Für Teil II eines Hörspiels. Das war Teil I. Die Anatomie des Radiophonen Wesens. Übrigens.
Letzten Herbstwinter ganz spontan mein erstes kleines Hörspiel gemacht, gemeinsam mit Milan M. Stojanovic, eingereicht, dann vergessen – dann erfahren, dass es von der Ö1-Jury unter die besten 15 gewählt wurde. Es hat am wenigsten Publikumsstimmen, dafür sind das wirklich fremde Menschen, da wir es verschnarcht haben, unsere Menschen dafür zu mobilisieren für unser Hörspiel zu wählen. 🙂 Ich finde das schön. So mag ich das.