Sternbild der Woche

Foto

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Sternbild aus dem Sektor des schwarzen Sterns:

Lange Angst, Angst für eine lange Dauer, das Dauern der Angst, das Abschweifen, das versuchte Abschweifen, das Potential zur Gewalt (das Potential dem schwafelnden mit Wirtschaftsbegriffen um sich schmeißenden selbstverliebten Typen neben mir den Schädel einzuschlagen – doch wie sollte das funktionieren? Wahrscheinlich würde ich ihm eher die Haare ausreissen, ein paar nur, die, die ich erwische und er würde mir so einen verdatterten Blick usw.) und gleichzeitig große lange, langgezogenen Langeweile über immer dieselben Gedankenselbstverletzungen in Form eines steckengebliebenen Lauts, ein langgezogener verdünnter Schrei, nur mehr sein Nachhall oder sein Potential oder sein schwarzer dünner Strahl sind übriggeblieben.

Malen ohne Malen: Teil I: Zadar

Diary, die geheime Sprache der Farben, Foto, Gif, Hörspiel

Im Rückblick zeigt sich:

Zadar ist violett.

Das Licht in Zadar ist violett. Und dieses violette Licht macht….?

Mit dem Körper Formen malen und sich mittels des Farben tragenden Körpers in die Welt malen führt mich zu Malen ohne Malen Teil II und III.

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[Olivgrün und lavendel oder moosgrün & hellviolett: Die Schwingung der Selbstverliebtheit, die Wunderbares anzieht.]

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[Dick, fett, stolz, schön: der Jasminbaum:]

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[Meine Sympathie für flatternde Tücher. Ich weiß jetzt, was sie für mich sind. Die „Form“ des flatternden Tuchs führt zu Malen ohne Malen Teil IV.]

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[Das Zitronenteller.

Außer hier: Hier war Zadar gelb.]

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Und warum war ich überhaupt hier? Um Geräusche zu sammeln. Für Teil II eines Hörspiels. Das war Teil I. Die Anatomie des Radiophonen Wesens. Übrigens.
Letzten Herbstwinter ganz spontan mein erstes kleines Hörspiel gemacht, gemeinsam mit Milan M. Stojanovic, eingereicht, dann vergessen – dann erfahren, dass es von der Ö1-Jury unter die besten 15 gewählt wurde. Es hat am wenigsten Publikumsstimmen, dafür sind das wirklich fremde Menschen, da wir es verschnarcht haben, unsere Menschen dafür zu mobilisieren für unser Hörspiel zu wählen. 🙂 Ich finde das schön. So mag ich das.

Märzdestillat

Foto, Kaffeehausgedanken

[Plötzliches wieder verliebt-Sein in die Stadt — Vergleichende Skulpturstudien: erste Bezirk-Göttinnen wider Heldinnen der Arbeit im 3. — weitere Ergebnisse völlig subjektiver Farbforschung]

11.3.15

Mit seinem schwarzen Schwung aus Schnee,

mit seinen Zedernhufen.

12.3.15

Ich muss heute mit Worten malen. Sonst zerplatze ich an Farbmangel. Erzeugen Farben in mir Vitamin D, so wie sonst nur Sonnenlicht?

Hübsche japanische Kellnerin hat eine curryfarbene Jacke an. Heute essen ganz viele Menschen hier Matcha-Eis!

Ich möchte, dass das ein farbenstarker Frühling und Sommer wird.

Ich brauche das an Männern, dass sie Grunge-sozialisiert sind. Das war die letzte romantische Epoche, das war die letzte romantische Ästhetik. Kurt Cobain wie zuletzt nur Goethes Werther: Verletzlichkeit ist Rebellion.

Atmen, Atmen und schreiben.

Schreibend Atmen.

Layers. Verschiedene Ebenen der Begegnung. Anscheinend passiert das mit meinen Beziehungen, mit meinen Freundschaften.

Meine Fotos erzählen eine Liebesgeschichte mit Wien und von Totalität in der Begegnung mit Menschen hier und dass ich hier richtig bin.

Furchtlosigkeit in den Bildern von X. Satte Farben. Bei aller hoher Energie etwas in sich Ruhendes. Formgefunden Habendes. Gefahr, Schwindel und Mut in den Bildern von Y. Zutiefst. Irgendetwas fühlt sich zutiefst an. Ich bin fast 30 Jahre älter als du…das ist so absurd, fast abstrakt. Es kommt wie ein Schock für mich, das Gefühl, dass man trotzdem verwandt sein kann. Dass man miteinander reden kann. Und schreiben und hier sitzen, das fühlt sich so zutiefst befreiend an, wie Atmen. Tief tief atmen und leckerste, sauerstoffsatte, in transparenten Regenbogenfarben schimmernde Luft einatmen. Atmen, das sich anfühlt wie essen und trinken. Atmen, das mich so zutiefst sättigt und mir gleichzeitig diese so sehnende-zehrende zutiefste Unstillbarkeit öffnet. Existentiell. Existentiell bist du. Und deine Gefühle sind zutiefst. Kann das sein. Ein Kind, dessen Gefühle nicht flüchtig sind. Dessen Gefühle nicht wie Launen sind? Ein Kind, das zutiefst fühlt.

Beschränkungen des Ausdrucks, Limitierungen der Zeit, des Raumes (Platzes tatsächlich) erhöhen den Druck – meinen Ausdrucksdruck. Jetzt pfeifen die Ventile schon..!

13.3.15.

Das Café Jelinek ist bis zur Schrecklichkeit voll an einem Freitag vormittag. Und ich dachte mir, ich wäre früh hier gewesen. Aber es gibt Menschen (mit Kindern), die haben ein anderes Früh.

Mir kommt vor, ich rieche noch nach dir. Ich röche noch gern nach dir. Und gleichzeitig nicht. Nach Fleisch. Und rosa. Und rosa kalt.

Ganz viel Lippenstift auf meinem Häferl. Wien. Meine Wiengeschichte. Brüste. Frauen. Frauenskulpturen. Frauenfreundschaften. Diese merkwürdige Figur mit dem strengen männlichen Kopf und den Phantasiebrüsten.

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Und es ist so, dass sich in einem etwas geändert hat und dann begegnet man im Äußeren anderen Situationen, anderen Umständen. Ich frage mich gerade, was die Farbe und welches die Form ist, die diesen Umwandlungsprozess intensiviert? Vielleicht ist es eine Blume mit großer exotischer Blüte. Vielleicht diese Blumen, die ich da im Jelinek sehe. Rosa, magenta und weiß. Mit grün, natürlich. Ich bitte um die richtige Form, die richtige Blüte, die richtige Farbe, die richtige Farbkombination für diese Umwandlung.

Orange + Violett = Ich werde gesehen.

Orange, violett, grau, königsblau + mintgrün = Ein Netz zusammenweben.

Königlich königsblau = step into your place, lightly, earnest, humble, the unknown zone.

Rosa + weiß = OM: Das personifiziert OM in Form einer weißen Hirschkuh mit graubraunweißen Sprenkeln, blumengeschmückt = Das Vertrauen, das immer da ist.

1.3.15

Es gibt kein sie auflösen. Man kann sich ihr nur hingeben.

Ist das die Entsprechung der Yoga Position “die Sphinx”? Auflösung ist Unterwerfung. Ist der Versuch (das Rätsel, das Bild, den Menschen) aufzulösen immer der Versuch das Rätselaufgebende zu unterwerfen?

6.3.15

Alle Berührung stets bei sich behalten zu müssen. Nur mit mir allein. Nachzufühlen, nachzuweinen – reicht es?

Orangerot, glühend, besonders in Kombination mit Neonfarben in Ethnomustern heißt: hinein ins Leben. Voller Freude. Saftig, strahlend, anpackend. Ohne Furcht.

Gewürzgfrießerl

Foto, Text

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Zurückkommend bewege ich mich durch die Stadt aggressiv und aufgeregt, aggressiv-glücklich, sanft, kopfwehig, in starken Farben und blass und mir fällt auf, wie sehr ich mir diese Stadt erobert habe, wie sehr ich sie als die meine reklamiere, beanspruche, markiert habe. Es ist meine.

Ich kann mich noch erinnern, als ich als Studentin an einer bestimmten Kreuzung stand mit dem Fahrrad und mir vorsagte, wie ein Mantra, immer und immer wieder: Es ist genausosehr meine Stadt wie eure. Es ist genausosehr meine Stadt wie eure.

Ich glaube, ich kann mittlerweile bestätigen, dass es sich bei mir um einen positiv erweiterten Bewusstseinszustand (die negativ erweiterete Bewusstseins-Entsprechung wäre: paranoid) handelt, wenn ich das Gefühl habe, alle Gesichter lächeln mich an. (Großartigster Trip  – nur auf Meditation war ich da, auf sonst gar nichts – als ich einmal das Gefühl hatte, alle Gesichter in den Zeitschriften lächeln nur für mich. ) Zwar sind mir heute viele Grantgesichter begegnet und auch ein Nein und ich war nur erstaunt, wie kreativ ich damit umgehe – aber dann in der Stumpergasse bei einem Greißler (und ich denke mir: wie sehr sie sich gemausert hat, die Stumpi): Gewürzgfrießerl! Gewürze mit kleinen Gfrießerln drauf! So soll die Welt sein!

Schamlos. Ich.

Foto, Text

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Es ist ein Schritt, aber es gehört dazu. Schließlich. Letztendlich. Die Künstlerin und ihr Abbild. Und damit meine ich:

Höchstwahrscheinlich frühkindliche hardcore-katholische Infiltration hat mich sehr verschämt gemacht. Sie, die Scham, überfällt mich immer noch in den unmöglichsten Situationen. Kalt und von hinten. Hauptsächlich macht sie verstummen. Aber ich tue ihr nicht mehr den Gefallen, mich auch ihrer zu schämen. Ich zeige sie. Ich gebe ihr Bilder und Worte. Ich hab sie lieb. Das hat sie jetzt davon.

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Stolz und Scham gehören ganz nah für mich zusammen. Gehen Hand in Hand wie zwei Geschwister. Sind Geschwister. Für mich. In mir. Es ist ein Changieren. Geworden. Changieren ist gut – das ist schon mal Bewegung.

Und überhaupt: Warum gibt es so wenige Künstlertagebücher? (In Blogform.) Es macht Spaß und es (der Blog im Tagebuchformat) bekommt ein Eigenleben. Vielleicht ist es sehr unwestlich, seine (inneren) Prozesse (und ihre äußeren Zeitigungen) sichtbar zu machen. Das dachte ich mir, als ich im vergangenen Jahr bei einem Künstlerabendessen in Liverpool eingeladen war, wo chinesische KünstlerInnen, John-Moore-PreisträgerInnen über ihre Arbeit sprachen. Sie sprachen nicht nur und zeigten nicht nur ihre aktuellen preisgekrönten Arbeiten, sondern auch ihre Anfänge, ihren Weg. Das wirkt auf den westlichen Künstler sehr anders und naiv und ehrlich und erstaunlich und mutig.

Ihr da draußen, Künstler: Ich will eure köstlichen, unerhörten, leisen Gedanken lesen!

Selfie

Diary, Foto
[August 2014]

Ich bin M dankbar für seine Fotos von mir – seinen Blick auf mich – letztlich natürlich erscheine ich – eine schöne erwachsene Frau, auf sehr unaufdringliche Art. auf selbstverständliche Art und Weise, quasi nebenher und nebenbei cool, auf einer Nebenlinie cool und schön. Im Vordergrund, in erster Linie steht immer die Kommunikation mit Worten, Blicken, mit dem ganzen Körper – die Kommunikation mit dem Gegenüber. Lustig, flirtend, ausweichend, skeptisch, amüsiert, nachdenklich, versunken, versteckend, offen. Ein Film.