Blicke, kleines Café

Kaffeehausgedanken, Skizze

ModelmädchenIII

ModelmädchenII

Im kleinen Café gibt es einen winzigkleinen verlängerten Schwarzen. Aber es ist der beste verlängerte Schwarze, meiner Meinung nach.

Das Modelmädchen, das hereingekommen ist, hat auch ein Notizbuch. Das Modelmädchen macht ein Selfie im Spiegel.

Jede ihrer Gesten ist anmutig und sie hat merkwürdige rote Augenlider.

Das Modelmädchen schreibt: “ Schwarz-weiß + Farbe – diese Kombination finde ich gerade magisch.

Flirrendes, zerhendes Begehren. Alles Tun scheint eitel, ein Tag sinnlos, wenn er nicht dich beinhaltet, wenn ich dich nicht sehen darf.“

Das Modelmädchen hat einen giftgrünen Apfel wie ein Accessoire neben sich liegen.

Das Modelmädchen schreibt: „Er zeigt mir ein Sternenbilderbuch. Er füttert mich mit roten und blauen Früchten. Er gibt mir Rosarotes zu trinken. Er nimmt die Augen nicht von mir. Er übersetzt seine Blicke in Worte.

— Gegenseitige Durchdringung — ich durchdringe ihn und er durchdringt mich. Ich durchdringe ihn mit meinem Geschriebenen und er durchdringt mich mit seinem Gesagten. Er nimmt seinen Blick nicht von mir und ich weiche seinem Blick aus.“

(Und) ich beobachte die Beobachtete, versuche sie zu zeichnen, ohne dass sie es bemerkt. Ich will niemand mit meinem Blick belästigen. Ich weiß, wie Blicke brennen, verbrennen können.