Sitze heute in den Farben meines Traumes im Café Jelinek…violett und leuchtrot.

Kaffeehausgedanken, Traum

Träumte mich in dreierlei Gestalt, männlich und weiblich, älter und jünger, als Paar und als Dritte(r), Beobachter, Kamera. Objekt und Subjekt.

Lange wehende Frauenhaare von hinten – sind das weibliche Pendant zu wehenden Rockschößen langer schwarzer Männermäntel. Der fliegende dynamische Abschied.             Das geliebte Objekt von hinten.

2010-2011

Text, Traum

Wieviel Abstand ist genug Abstand um unterscheiden zu können zwischen wichtig und unwichtig, um überhaupt annähernd objektiv rezensieren zu können? Ich arbeite mich durch die Notizen von 2010 bis 2012. 2012 ist definitiv zu nahe.

2010, 2011 also. Mit Abstand wähle ich andere Texte, andere Skizzen aus. Die Peinlichkeiten verschieben sich. Ich bewerte anders. Und das wirklich Unheimliche ist: Alles, was passieren sollte, Menschen, die ich treffen sollte, Beziehungen, die ich haben sollte, Situationen, die ich erleben sollte: Ich habe sie alle schon zuvor geträumt oder gezeichnet.

Das Unbehagen

Diary, Gedicht, Kaffeehausgedanken

Sie färben sich die Haare blond, um das Licht einzufangen, um der Sonne näher zu sein und daher dem Glück.

Ich bin eine fleischfressende Pflanze, ewigverdauend.                                                             Das Unfassbare Fassend.

Ich könnte einfach eine Hess-Natur-Frau werden. Ein knielanger Sonnenblumenrock aus Seide, ebensolches Oberteil – sonnige, erdige, einfache Freuden. Glück, einfach mitzuteilen.

Doch gerade fange ich wieder an, den Stachel im Fleisch zu schätzen. Die Unlösbarkeit der Dinge. Dass es immer Probleme gibt und nie die Lösung für alles.

Dass immer etwas überbleibt, ein Stachel, das Unbehagen.

[Kommunikation, Obsession]

Diary

Ich wollte weinen und lachen gleichzeitig und hab auch ein bisschen, als ich mit dem Fahrrad runtergerollt bin entlang des Gürtels, die Allee, die Regentropfen, freihändig.

Und war voller crazy, verrücktmachender Dankbarkeit.

Aber: Wodurch wird Schwingung erzeugt?! Das möchte ich wissen. Das sollte erforscht werden.

Meine Obsession war seit jeher, switchen zu können – mich in andere Körper & Geiste hineinzuversetzen: Also plötzlich aus der Perspektive jenes Menschen zu sehen, fühlen, denken, erleben. Und umgekehrt. Bei gleichzeitiger Gegenwärtigkeit des eigenen Ichs. Das eigene Ich als Beobachter. Es geht nicht verloren.

Wahrscheinlich wäre das zuviel für ein Hirn, einen Körper. Beziehungsweise nur kurz erträglich. Die kurze Erfahrung würde so viel verändern in meiner Vorstellung. Würde schlagartig so viel Verständnis bringen. Weltenerweiterung. Weltenexplosion. Und da das einfach (noch) nicht möglich ist, finde ich Kunsttherapie einfach die Methode, die dem am nächsten kommt. Das ist teilweise sehr beglückend und teilweise sehr depremierend.