Vienna blood

Ich greife hinein in die Wirklichkeit, in die Situation, in den Raum zwischen uns – und zerstöre so den Möglichkeitsraum, mache aus einem Palast ein kleines zusammengeschrumpftes Plätzchen – das, auf dem ich sitze. Übrig bleibt das kleine, schale, erbärmliche Gefühl der Zurückweisung.                                       Das ist merkwürdig. Und tragisch.                                                                                                          Und was übrig bleibt, ist das pinke Silikonnegativ unseres Zwischenraums. Seine Dichte und Süße, die sich in meinem Kopf als aus pinkem Silikon gegossen materialisiert hat.                                                           Diese Form: sie ist unzeichenbar.

Und genauso könnte ich in unseren Raum hineingreifen. Ich könnte dir schreiben, ich könnte dich fragen –  Aber ich würde damit eine innere Ausbreitung von tolstoischem Ausmaß zerplatzen lassen wie einen Luftballon. Ich würde mich all der wunderbaren, köstlichen, quälenden Gefühle und Geschichten in diesem Raum berauben…zum Preis wovon? Sicherheit? Die Sicherheit nicht alleine zu fühlen? Ob deine Geschichten meine Geschichten sind?

Wie bringt man die Liebe nach draußen? Reicht es, sie zu fühlen?                                                             Ich gebe dir die Farbe: Apricot.                                                                                                     Zurückkommend sehe ich meine Devotionalien, mit denen ich meinen Kaffeehaustisch markiert habe: Mein hellgelbeierschalenfarbenes Moleskine-Notizbuch, meine cremeweiße Leinentasche, mein olivgrüner Parka, das riesiege apricotfarbene Tuch in weichen Wellen darüber. Der Tisch ist rund und grau und die Kaffeetasse glänzend schwarz.                                                                                                                                 Ich bin reich, so sehr reich.

Foto, Kaffeehausgedanken

FarbentrostI

FarbentrostII

farbentrostIII

Die Farben der Nacht und des Schattens.

Es geht nicht darum, sie „herauszulösen“, es geht darum, sie zu ahnen.

In sie einzutauchen mit anderen Augen, anderen Sinnen, einem Ich, das notgedrungen zerfallen muss, sich auflöst in seine Gegensätzlichkeiten, sich aufspaltet in seine Vielen.

Sich selbst begegnet…voller Neugier, Angst, Begehren.

Bild, Bilderbuch