Nimm, was da ist

Skizze, Text

rosa heißt zensiert

Geheime Farbforschungen

Ergebnisse

Nach zwei qualvollen schmerzenden Tagen ist heute Petrol Zufriedenheit.

Tiefes tiefes Atmen.

Lust auf einen anderen Körper, der meinen Körper berührt. Macht. Macht? Lust auf roten Lippenstift. Oder nudefarbenen zu schwarzem Eyeliner. Lust auf Rache. Lust auf lächelndes süßes emotionales Quälen.

Manche [Frauen] in ihrer Blondheit. Manche in ihrer Braunheit. Nur ich, ich, bin die Goldfarbene.

(Gold ist Stärke, Größenwahn und das Gegenteil spießiger ängstlicher Bescheidenheit.)

Silber ist Geheimnis. Heimliche stille sanfte Liebe. Nach Hause kommen. Zu sich.

Mein Bruder:

Mein Bruder ist petrolgrau und hellgelb – transparentes, fast weißes hellgelb. Und leuchtendes Dunkelblau. Und ein Punkt Orange. Und ein Streifen leuchtendes Moosgrün.

(Kann man seinen Bruder heranschreiben? Kann man ihn in die eigene Umlaufbahn ziehen indem man seine Farben trägt?)

Grau ist: Ich gebe dir Raum und Möglichkeit. Ich gebe dir die Möglichkeit dich zurückzuziehen und ich gebe dir die Möglichkeit zu leuchten.

Mein mintgraugrüner riesiger Schal ist offensichtlich auch: Begehren, das nie bekommt. Er ist ein tragbares Museum der unübersetzten Gedanken, der ungesagten Worte, der ungetanen Taten (aus Feigheit, aus Faulheit). Nicht nur meine. Sondern alle. Aller.