Wir wären so schön ohne unsere Angst.                                                                                                  Unsere Angsteffekte.                                                                                                                               Unsere Angstgewalttätigkeiten.                                                                                                           Jedes Essen ein Liebespicknick.                                                                                                                 Jedes Treffen eine Kommunion.                                                                                                                  Wir würden uns Zeit nehmen.                                                                                                                  Wir würden uns einlassen.                                                                                                                       Wir würden zuhören.                                                                                                                               Wir würden es aushalten, einander in die Augen zu schauen.                                                                         Unsere Umarmungen würden so lange dauern, bis die Heilung abgeschlossen ist.                                                                                                                                                              Du du du.                                                                                                                                              Ich habe in dich hineingegriffen. Nein, das würdest du niemals zulassen. Ich habe in unseren Zwischenraum hineingegriffen – ein bisschen zu weit.

Oh, ich war dir so dankbar, dass du nicht geweint hast.

oh

Foto, Gedicht, Kaffeehausgedanken

Vienna blood

Ich greife hinein in die Wirklichkeit, in die Situation, in den Raum zwischen uns – und zerstöre so den Möglichkeitsraum, mache aus einem Palast ein kleines zusammengeschrumpftes Plätzchen – das, auf dem ich sitze. Übrig bleibt das kleine, schale, erbärmliche Gefühl der Zurückweisung.                                       Das ist merkwürdig. Und tragisch.                                                                                                          Und was übrig bleibt, ist das pinke Silikonnegativ unseres Zwischenraums. Seine Dichte und Süße, die sich in meinem Kopf als aus pinkem Silikon gegossen materialisiert hat.                                                           Diese Form: sie ist unzeichenbar.

Und genauso könnte ich in unseren Raum hineingreifen. Ich könnte dir schreiben, ich könnte dich fragen –  Aber ich würde damit eine innere Ausbreitung von tolstoischem Ausmaß zerplatzen lassen wie einen Luftballon. Ich würde mich all der wunderbaren, köstlichen, quälenden Gefühle und Geschichten in diesem Raum berauben…zum Preis wovon? Sicherheit? Die Sicherheit nicht alleine zu fühlen? Ob deine Geschichten meine Geschichten sind?

Wie bringt man die Liebe nach draußen? Reicht es, sie zu fühlen?                                                             Ich gebe dir die Farbe: Apricot.                                                                                                     Zurückkommend sehe ich meine Devotionalien, mit denen ich meinen Kaffeehaustisch markiert habe: Mein hellgelbeierschalenfarbenes Moleskine-Notizbuch, meine cremeweiße Leinentasche, mein olivgrüner Parka, das riesiege apricotfarbene Tuch in weichen Wellen darüber. Der Tisch ist rund und grau und die Kaffeetasse glänzend schwarz.                                                                                                                                 Ich bin reich, so sehr reich.

Foto, Kaffeehausgedanken

Schweigen und Reden und Dazwischen

Diary, Text

Was ist für uns noch geschrieben?                                                                                       Können wir es zerstören?

Es ist so fragil, wie es stark ist.

Das war schon lange nicht mehr, dass ich schreibend über uns nachgedacht habe. Ich versuche mich schreibend zu dir hinzubewegen und dich zu mir zu bewegen, wenn ich merke, dass wir eigentlich gerade auseinanderdriften.

Was sind die Gedanken, wenn sie nicht geteilt werden? Was ist es, wenn wir (noch) keine Worte dafür haben? Ist es dann überhaupt? Ist es dann schon fertig? Immer dachte ich, bestimmte Themen so lange in mir reifen lassen zu müssen, bis die richtigen Worte da sind, die starken, unverletzbaren. Aber manche Worte können erst im Sprechen gefunden werden, in exquisiten, oder wilden, chaotischen Zwischenräumen.

Was ich lernte (und 1000 neue Fragen)

Text

Es gibt ein Tages-Ich und ein Nacht-Ich. Das Nacht-Ich weiß womöglich mehr.

Malerei war immer: die Gestaltung der Zwischenräume. Zu zeigen, was zwischen den Dingen liegt.

Für den Traum ist Sprache ein Bild.

Der Traum ist keine Erzählung – er ist ein in der Zeit ablaufendes Bild.

Es geht nicht darum, (dem Kunstwerk, dem Traum) sein Geheimnis zu entreissen, sondern darum, sich diesem Geheimnis zu nähern. [Ist Nähern Nähren?] Das Mysterium, das Bild, das in uns schmort, das wir in uns behalten können, um es langsam zu verdauen, um uns von ihm zu nähren, ist nützlicher für uns als das analysierte, ans Tageslicht gezerrte.

Bildgenese

Kaffeehausgedanken, Text

Die ersten Erinnerungen sind mit Scham verknüpft. Und mit Sehnsucht?

[Mich interessiert] die Überschneidung von Sehnsucht und Erinnerung, die die Überschneidung von Zukunft und Vergangenheit ist – und als ebendieser Hybrid Gegenwart gebären will.

Etwas Gegenwärtiges, das da heißt: Nähe, Begegnung, Erfahrung.

Geburt der Zwischenraumgöttin.